Vor der Gründung

Die Idee zur genreübergreifenden künstlerischen Aktion entstand 1983 während der
museumspädagogischen Tagung „Vivre les musées“ im Palais des Beaux-Arts in Lille, in dem
größten französischen Kunstmuseum außerhalb von Paris, und dort vor dem wohl kleinsten
ausgestellten Gemälde, einem Genrebild des 17. Jahrhunderts, auf dem Menschen dargestellt
waren, die offensichtlich froren und mit allen Mitteln versuchten, dem entgegen zu wirken. –
Auch in dem Museum selbst war es kalt. Das Bild in meditativem Stillstand zu erschließen,
erzeugte körperliches Unbehagen.
So entstand das erste „Ertanzte Bild“ im körperlichen Reflex auf die dargestellten Personen,
die sich umarmten, einen Hund streichelten, ihre Hände im Stoff ihrer Kleider bargen, ein
wärmendes Getränk zu sich nahmen… Eine kleine Choreografie aus diesen
Bewegungsmotiven entstand und ließ sich im weitläufigen Foyer des Museums austanzen.
Nun musste niemand mehr frieren.

Workshops in Aachen, Emden, Gelnhausen, Bremerhaven, Hamburg und Weimar:
Ertanzte Bilder / Barfuß im Museum, ab 1985

Burkhardhaus Geinhausen

Es folgte eine Fortentwicklung dieser Idee in der Form von Kursen. Dabei wurde die
Methode, Bewegungsmotive aus Bildern zu generieren, Schritt für Schritt erweitert. Hinzu
kamen das Zeichnen nach dem in der Bewegung Erlebten, der Maskenbau nach den so
entstandenen Zeichnungen und schließlich die Entwicklung von Tänzen mit diesen Masken.
Orte dafür waren u.a. die Hamburger Kunsthalle, das Ludwig Forum Aachen, die Kunsthalle
Emden, die Bauhaus-Universität Weimar und das Burckhardthaus Gelnhausen.
Nach den Veranstaltungen waren alle Teilnehmer gut „im Bilde“.

Trilogie zu Tanz/Bildender Kunst:

Kooperationen mit der Lola Rogge Schule
„Aus dem Rahmen fallen“, 1990
„Fliessender Stillstand“, 1992
„BodyBuildings“, 1994

Aus dem Rahmen fallen (1990)

Da in der Hamburger Kunsthalle während der barfüßigen Kunsterschließung – inzwischen
auch der von Skulpturen – vorbeikommende Museumsbesucher wiederholt spontan mittanzen
wollten, dies aber wegen der stringenten Arbeitsweise (Entspannungsübungen – thematische
Bewegungsetüden – Zeichnen auf diversen Lagen von Transparentpapier –
Abschlussgespräch) keinen Sinn machte, wurde der Entschluss gefasst, im Theaterraum
desselben Hauses Aufführungen dieser Arbeit zu inszenieren. So entstanden in Kooperation
mit Christiane Meyer-Rogge-Turner, der Lola Rogge Schule und Wittwulf Y Malik (Musik)
drei Abende mit aus Bildern und Skulpturen choreografierte Objekt- und Maskentänze.
Gemälde von Willi Baumeister, Honoré Daumier und Francis Picabia waren Gegenstand von
„Aus dem Rahmen fallen“, Skulpturen von Henri Moore inspirierten den „Fliessenden
Stillstand“ und das Gebäude der Hamburger Börse, mit dem die tänzerische
Auseinandersetzung um Architektur und das was in ihr stattfindet, erweitert wurde, die
„BodyBuildings“.
Die Trilogie fand unter der Ägide des Kunsthallendirektors Prof. Werner Hofmann statt.
Im Rahmen der Katalogarbeiten zur Trilogie entstand die Idee zum Lexikon Tanz und
Bildende Kunst an dessen 4-bändiger Fassung Nele Lipp seitdem fast täglich arbeitet.

Fließender Stillstand (1992)

Body Buildings (1994)

Transformances I mit der KOÏNZI-DANCE Company
„Das Tuch“, Hamburg 1991
„Zwischen den Toren“, München 1993
„Tanz im Datenkleid“, Hagen 1994
„Kein Eintritt – No Entrance – Entrée interdite“, Hamburg 1995
„Aber Maria“, Winsen / Luhe 1997

“Das Tuch”, Hamburg (1991)

“Zwischen den Toren”, München (1993)

“Tanz im Datenkleid”, Hagen (1994)

“Kein Eintritt – No Entrance – Entrée interdite“, Hamburg (1995)

„Aber Maria“, Winsen / Luhe (1997)